universum

jetzt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

wir sind das wasser und der guru ist die welle.
und er kann den ventilator allein durch seine gedanken anschalten.
und unsere köpfe verbindet das universum.

foto foto

jetzt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

und sie stürmen auf dich zu und sagen „foto foto“ und du denkst, sie wollen ein foto mit dir machen. und sie gruppieren sich und du denkst, ah sie wollen, dass ich ein foto von ihnen mache. ich frage nach ihrem fotoapparat. und sie zeigen auf meinen. und ich verstehe nicht. und ich fotografiere sie. und sie schauen auf den display und freuen sich und lachen. und ich habe hunderte menschen auf meinem fotoapparat.
und manchmal kommt nur ein kleines mädchen. und sie sagt, sie hätte noch nie ein foto von sich besessen. ob ich eins machen könnte. ihr dann schicken könnte. sie schreibt mit krakeliger kinderschrift ihre adresse auf. die b’s sollen d’s sein. sie verbessert nochmal ihren nachnamen. er war falsch geschrieben. und sie bittet inständig, dass ich ihr das foto schicke. es wäre ihr erstes in ihrem leben.
und ich gehe und sie hofft.

zeit auf der straße

jetzt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

die straßenkinder praktizieren eine vollkommen befremdliche schnipstechnik, die sich von der allgemeinen deutschen sehr unterscheidet.
ich versagte kläglich beim murmelspiel.
verlor alle murmeln, die mir eh nicht gehörten.

krankenhaus

jetzt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

wir entschlossen uns heute kurzfristig, ins krankenhaus zu fahren. nach einer halben stunde dort waren wir unglaubliche 5 euro ärmer und hatten ein antibiotikum im gepäck. morgen geht es auf reisen nach karnataka.

unten schiebt lisa den hund zur türe raus. ein tägliches ritual.

ein monat.

jetzt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ein inder macht alles. er hat nicht nur einen beruf. er macht das, was ihm gefällt. er arbeitet als journalist, dann als fotograf, danach grafikbüro, gleichzeitig hilfsorganisation gründen. in zwei jahren wird die blindenschule gebaut. man veranstaltet events zur finanzierung. man gestaltet zugwagons für eine wanderausstellung gegen umweltverschmutzung. man telefoniert viel und trifft leute. gurus, general manager, chairmänner, alte arbeitskollegen, anwälte, politiker, blinde kinder.

jani hat nun blaue flecken vom yoga. yoga wird in deutschland unterschätzt. yoga ist eine lebensweise, kein sport. in der yogaschule wurde uns erklärt, wie man sich richtig duscht, wie und wann man kackt, wie und was man isst. wie man atmet. wie man sitzt. wie man seine körpertemperatur reguliert. dazu täglich eine stunde yogaübungen. ich komme bereits mit der nase an mein knie im stehen. wenn ich zurückkomm, bin ich ein zirkusaffe. und veganer.

halbseitig verstehen.

jetzt


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

langsam versteht man. die hälfte vielleicht.
man wundert sich weniger. man lebt mehr.

plötzlich findet man, dass inder doch auch nur deutsche sind.
und verwirft diese gedanken innerhalb von zwei sekunden wieder.

man freut sich über sonnenbrand. weil es etwas ist, das man kennt.
man redet soviel über religion wie noch nie zuvor im leben.

man isst drumsticks und pfeffer. aus dem garten.
man beginnt, das handeln mit den riksha-fahrern zu lieben.

man geht zu fuß, weil die stadt streikt.
man gewöhnt sich daran, in der hocke zu duschen.

arbeit.

jetzt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

two flowers. one for you. one for me.
es zieht. vorbei. die arbeit rief. erste aufträge.
kairali tv. kassetten-archiv.
image-broschüre für einen guru.
„don’t care about copyrights in india. just take what you need.“