die straßenkinder praktizieren eine vollkommen befremdliche schnipstechnik, die sich von der allgemeinen deutschen sehr unterscheidet.
ich versagte kläglich beim murmelspiel.
verlor alle murmeln, die mir eh nicht gehörten.
ein inder macht alles. er hat nicht nur einen beruf. er macht das, was ihm gefällt. er arbeitet als journalist, dann als fotograf, danach grafikbüro, gleichzeitig hilfsorganisation gründen. in zwei jahren wird die blindenschule gebaut. man veranstaltet events zur finanzierung. man gestaltet zugwagons für eine wanderausstellung gegen umweltverschmutzung. man telefoniert viel und trifft leute. gurus, general manager, chairmänner, alte arbeitskollegen, anwälte, politiker, blinde kinder.
jani hat nun blaue flecken vom yoga. yoga wird in deutschland unterschätzt. yoga ist eine lebensweise, kein sport. in der yogaschule wurde uns erklärt, wie man sich richtig duscht, wie und wann man kackt, wie und was man isst. wie man atmet. wie man sitzt. wie man seine körpertemperatur reguliert. dazu täglich eine stunde yogaübungen. ich komme bereits mit der nase an mein knie im stehen. wenn ich zurückkomm, bin ich ein zirkusaffe. und veganer.
langsam versteht man. die hälfte vielleicht.
man wundert sich weniger. man lebt mehr.
plötzlich findet man, dass inder doch auch nur deutsche sind.
und verwirft diese gedanken innerhalb von zwei sekunden wieder.
man freut sich über sonnenbrand. weil es etwas ist, das man kennt.
man redet soviel über religion wie noch nie zuvor im leben.
man isst drumsticks und pfeffer. aus dem garten.
man beginnt, das handeln mit den riksha-fahrern zu lieben.
man geht zu fuß, weil die stadt streikt.
man gewöhnt sich daran, in der hocke zu duschen.